Naturheilpraxis |
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Blutegel Kurzinfo Die Blutegeltherapie ist eine spezielle Form des kleinen Aderlasses. Wobei der therapeutische Effekt nicht nur durch einen Blutverlust, sondern auch durch die Sekrete ausgelöst wird, die der Blutegel in die Wunde läßt (sezerniert). Geschichtlicher Hintergrund Der Blutegel (Hirudo medicinalis officinalis) wurde schon seit Jahrtausenden zu therapeutischen Zwecken verwendet. Wie beim Aderlaß hat man diese Therapie aber in den letzten Jahrhunderten oft maßlos übertrieben, was schließlich eine Ursache für den schlechten Ruf und das Verschwinden der Methode und des in Mitteleuropa praktisch ausgerotteten Blutegels war. Heute wird das ca. 5 cm lange Tier meist in Zuchtanstalten kultiviert oder aus Gegenden mit gering belasteter Umwelt importiert. Die Blutegeltherapie wird hauptsächlich eingesetzt bei (Hauptindikationen der Blutegeltherapie): Venöse Erkrankungen: Akute Venenentzündung und Krampfadern(Tbrombophlebitis, variköses Syndrom, postthrombotisches Syndrom, Phlebothrombose) akuter Gichtanfall Infektionen: Gesichtsfurunkel und infizierte Insektenstiche. Weitere Indikationen: Akute und chronische Mittelohrentzündung (Otitis media) Mastoiditis, Glaukom, Angina pectoris bei vollblütigen Patienten, akute Gallenblasenentzündung und Entzündung der Gallengänge und Zustand nach Entfernung der Gallenblase, Bluthochdruck und "Präapoplex". Hämorrhoiden, Wundheilungsstörungen durch postoperativen Lymphstau (Handchirurgie) oder infizierte Wunden, akute und chronische Knochenhautentzündung und vieles mehr. Blutegelwirkung Der Blutverlust durch Saugen des Tieres (ca. 10 ml) und die Nachblutung (ca. 20-40 ml) entsprechen einem sehr sanften und langsamen Aderlaß mit Abnahme des roten Blutfarbstoffes, entsprechendem Eiweißverlust und lokaler Entödemisierung. Der Blutverlust wird durch Zwischengewebsflüssigkeit ersetzt, wodurch es zu einer deutlichen Verminderung der Viskosität und Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes ("Blutverdünnung") besonders in der Endstrombahn kommt. Dieser Effekt wird durch das vom Blutegel sezernierte Antikoagulans Hirudin verstärkt. Es kommt zu einer lokalen Wirkung durch mehrere Blutegelwirkstoffe, die der Egel während des saugens in die Wunde sezerniert:
Durchführung der Blutegeltherapie Grundsätzlich gilt für alle Anwendungen daß ein Fülle- oder Pluszustand gegeben sein muß (Plethora). Allgemein ist eine Blutegeltherapie immer dann angezeigt, wenn ein Aderlaß indiziert, aber technisch nicht möglich und energetisch falsch wäre, z.B. bei Kindern. Eine praktische Alternative für Blutegel sind oft die rascher durchführbaren Schröpfverfahren. Die Blutegel auf einem normalen Rezept verordnen - pro Anwendung bis zu 12 Stück - und beim Apotheker bestellen. Für den Notfall stets mindestens 10 Egel vorrätig haben. Die frischen Blutegel an einem kühlen, schattigen und ruhigen Platz in einem größeren Glas aufbewahren, tägl. mineralarmes Wasser nachfüllen. Die Blutegel-Applikation erfordert in der Praxis einige Zeit, Geduld und Ruhe: Der Patient muß einen ganzen Tag Zeit haben, darf nur wenig getrunken haben und sollte mit leerer Blase erscheinen. Der Patient liegt auf einem Gummituch. Die zu behandelnde Körperstelle mit geruchloser Seife oder nur mit Wasser waschen, sauber abspülen, keine parfümierten Hautareale verwenden. Die geplante, evtl. markierte Bißstelle (genaue Lokalisation sehr Wichtig!) gg£ rasieren und mit einer Hämolanzette etwas anritzen. Den ca. 5 cm langen Blutegel mit einer stumpfen Pinzette aus einem Reagenzglas nehmen und mit seinem Kopf an die kleine Wunde legen: Der Patient spürt nur den Biß. Wenn die Blutegel festsitzen, das Gebiet mit Zellstoff ringsum abdecken. Je nach Indikation und Ort sollten 2 bis 12 Tiere anbeißen und wenn möglich in eine Linie gelegt werden. Bei lediglich lokaler Fülle, aber allgemeinem Leerezustand (Astheniker, Hypotoniker) nur 2-3 Egel verwenden. Die Egel brauchen für ihre Arbeit Ruhe und Halbdunkel und fallen ab sobald sie sich vollgesogen haben (10-40 Min.). Die Egel auf keinen Fall gewaltsam sabreißen (Vorsicht: Hautverletzung). Da Blutegel nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht wieder verwendet werden dürfen, da eine Sterilisatin nicht möglich ist, müssen die Blutegel abgetötet und im Restmüll entsorgt werden (auch die Alternative des Rentnerteiches der ZAUG Blutegelfarm ( Linkempfehlungen für Heilpraktiker ) ist im Moment vom Regierungspräsidium umstritten). Am besten mit einer Pinzette wieder in einen fest verschließbaren Behälter geben. Evtl. mit konzentrierter Essigsäure töten, oder im Gefrierfach einfrieren. Blutegel dürfen nur einmal verwendet werden und müssen danach entsorgt werden (s.o.). Bei Tieren, die aus Zuchtanstalten geliefert werden, besteht keinerlei Risiko einer Infektionsübertragung auf den Menschen. Aus der Wunde soll nun über Stunden Blut und Lymphe nachsickern, was einem protrahierten Aderlaß entspricht, der den direkten Blutverlust komplettiert. Das austretende Blut mit Zellstoff auffangen. Bei Krampfaderbehandlungen blutet es oft lange nach. Ein zu großer Blutverlust kann jederzeit mit einem Druckverband gestoppt werden. Nach etwa 7 h, meist abends, einen Verband mit viel saugfähiger Watte (hämostyptische Watte nach Herget) anlegen. Bis dahin muß der Patient liegen. Nach 24 h einen ersten Verbandswechsel durchfuhren, diesen 3 d später entfernen. Nach ca. 1 Wo. kann die Stelle wieder gewaschen werden. Nicht eingesetzt werden darf die Blutegeltherapie bei (Kontraindikationen):
Komplikationen
Cantharidenpflaster Kurzinfo/geschichtlicher Hintergrund Das Cantharidenpflaster gehört zu den blasenziehenden Mitteln ("Vesikantien"), die in verschiedener Form seit Jahrtausenden verwendet worden sind. Der Cantharidenextrakt stammt aus der Laufkäferart "Spanische Fliege" (Lytta vesicatoria) und wurde bereits bei den Ärzten des römischen Reiches als Heilmittel eingesetzt. Den medizinhistorischen Stellenwert des Cantharidenpflasters dokumentiert ein Ausspruch von Paracelsus, der sagte, daß "nur der den Namen Arzt verdiene, der (mit einem Cantharidenpflaster) die Gicht heilen kann". Denn "wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe anhäufen und ausleeren. Wo sie dies nicht selbst fertigbringt, dort mache man ein Loch in die Haut und lasse diese heraus." Anwendung (Indikationen) des Cantharidenpflaster : Sehr gute Ergebnisse gibt es meist bei:
Befriedigende Erfolge gibt es bei:
Aschner und Abele heben noch weitere Anwendungsmöglichkeiten hervor:
Früher angegebene Indikationen, die sich in der Praxis nicht bewährt haben:
Theorie der Wirkungsweise Das Cantharidenpflaster ähnelt in seiner Wirkung der Schröpftherapie und wird wegen seines Effektes auf das Lymphsystem auch weißer Aderlaß genannt. Der Hautreiz des Pflasters stellt eine künstliche Verbrennung zweiten Grades dar und führt zu einer Brandblase. Im Grundgewebe kommt es zu einer Summierung verschiedener Effekte: Antiödematöser, entzündungshemmender und schmerzlindernder Effekt: Das Cantharidenpflaster führt zu einer direkten Entfernung von Lymphe, Schmerzmediatoren und "Stoffwechselschlacken" (Ablagerungen von Toxinen, Antigen-Antikörper-Komplexen, sauren Radikalen usw.) an die Hautoberfläche. Zu einer ähnlichen Wirkung kommt es im Inneren des Körpers durch die einsetzende Durchblutungsanregung und die Lymphdrainage nach innen. Je größer der Lymphverlust während der Pflasterapplikation ist, desto weniger Schmerzen und Beschwerden bestehen nachher. Immunologische Wirkung: Zunächst lokal, später auch im ganzen Organismus kommt es zur Aktivierung immunkompetenter Zellen und Enzyme. In der Grundsubstanz wird eine Vielzahl Mediatoren und Botenstoffe freigesetzt, die selbst wieder biologische Reaktionen anstoßen können. Die immunologische Autoregulation im Zielgebiet, die durch ehren. Entzündungen blockiert ist, wird wiederhergestellt und kann dann oft über Jahre anhalten. Durchblutungsförderung: Die regionale Verbesserung der Durchblutung und Steigerung der Bluteigenschaften bewirkt bis zur völligen Abheilung der Hautoberfläche eine Erhöhung von Temperatur und Stoffwechsel lokal und im Zielgebiet der Reflexzone. Durchführung der Cantharidenbehandlung Die Hilfsmittel für Cantharidenbehandlung Cantharidenspezialpflaster sind fertig beziehbar. Cantharidensalbe kann man jedoch auch in der Apotheke herstellen lassen. Pflaster morgens anlegen, um die unangenehme Phase der ersten Stunden nicht in die Nacht zu verlegen und dem Patienten tagsüber bei Beschwerden helfen zu können. Eine pflasterwürdige Stelle sollte sulzig und etwas druckdolent sein (Hinweis auf lokales Lymphödem). Aber auch äußerlich relativ unauffällig erscheinende Hautareale können gepflastert werden Hautareal gemäß Tastbefund (Palpationsbefund) des Bindegewebes ermitteln. Hautareal (Lokalisation s.u.) mit Fettstift markieren und das Pflaster lieber etwas größer zuschneiden. Haut rasieren und mit Benzin entfetten. Die Pflastermasse ca. 1 mm dick auf einen Zellstoff aufgebringen und darauf sterile Kompressen zur Aufnahme des Wundsekretes legen. Darüber gut klebende Pflasterstreifen als Fensterrahmen-Verband kleben (besser als großflächige Totalklebeverbände). Kleine Pflaster brennen so stark wie größere und bringen keinen Effekt. Vorsicht: Unter dem Verband darf keine Salbe hervortreten - Gefahr von Verbrennungen außerhalb des gewünschten Hautareals. Den Patient unbedingt vorher aufklären, daß eine schlaflose, weil schmerzhafte Nacht bevorstehen und leichte brennende Schmerzen von Harnröhre und Blase auftreten können (nierenreizende Wirkung des Cantharidins). Ca. 4 h nach dem Anlegen beginnt es unter dem Pflaster für einige Stunden zu "brennen". Der Patient muß darauf hingewiesen werden, daß er das Pflaster nicht vorzeitig abnimmt. Blase bis zur Abnahme erhalten - vorzeitiges platzen verzögert Heilung. Dem Patient deshalb eine geeignete Nachtlagerung sowie Unterlage eines Handtuches nahelegen. Nach 12-16 Stunden sollte eine ausreichend große Brandblase entstanden sein. Jetzt Verband wechseln und Wunde kontrollieren: Bei klarer Flüssigkeit Blase mit Kanüle anstechen und Sekret abfließen lassen. Blasenhaut nur entfernen, wenn sie stark eingerissen ist, sonst als Verband belassen. Bei sulzig-eingedicktem Inhalt Blasenhaut auf jeden Fall steril abtragen. Auf jeden Fall alle Reste der Cantharidensalbe säuberlich entfernen. Wenn nach 16 Stunden noch keine Blase entstanden ist, nochmals 8 Stunden warten. Wunde mit steriler Kompresse abdecken, evtl. mit neutraler Salbe oder "Lymphsalbe" dünn bestreichen und versorgen. Bei erhaltener Blasendecke ist die Verwendung eines Wundpuders sinnvoller. Wenn aus der Wunde viel Lymphe sezerniert wird, was als positives Zeichen zu werten ist, täglicher Verbandswechel durchfuhren, sonst erst nach 2 oder 3 Tagen. Verband 5 Stunden nicht durch Waschen befeuchten, dann ist die neue Haut "waschecht". Blaseninhalt kann ganz oder in potenzierter Form dem Körper in verschiedener Form wieder zugeführt werden. Ein zweites Pflaster an derselben Stelle frühestens nach 4 Wo. - d.h. nach der völligen Abheilung der Wunde verordnen. Nebenwirkungen
Kontraindikationen
Kombinationstherapie
Schröpfen Kurzinfo: Mit der Schröpftherapie lassen sich über Hautareale innere Organe beeinflussen. Sie wird angewandt als ausleitendes Verfahren zur Entlastung, oder Anregung des Organismus Geschichtlicher Hintergrund: Darstellungen von Schröpfgläsern sind bereits aus dem alten Ägypten überliefert. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, daß die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde. Wirkungsweise: In der Praxis ist die Schröpfkopfbehandlung der leichteste Zugang zum gestörten Gleichgewicht des Organismus. Wenn man eine gezielte Schröpftherapie an den Schröpforten durchfuhrt, verschwinden oft mit einem Schlage viele spezielle Leiden. An den Wirbelsäulensegmenten entspringen Nervenfasern, die nicht nur zu einzelnen Organen ziehen, sondern auch zu bestimmten Hautarealen (Headsche Zonen). Über die Behandlung dieser Hautzonen, die in der Wirbelsäule denselben Ursprung haben, lassen sich auch rückgekoppelt Wirkungen auf die verknüpften Organe erzielen. Außerdem lassen sich die Wirkungen der Schröpfbehandlung auch mit den Funktionsmechanismen der Reflexzonen oder der Akupunkturpunkte am Rücken erklären. Hintergrund der Schröpfbehandlung: Wann baut sich eine Schröpfzone auf? Auslösende Situationen liegen vor:
Diese Geschehen spiegeln sich nach einer gewissen Dauer und Intensität des Reizes an vielen Stellen des Körpers, aber besonders. deutlich "faßbar" als Verhärtungen, oder zu weichen Stellen, den sogenannten Gelosen an den Schröpforten wieder. Formen von Gelosen: Es gibt drei Hauptqualitäten von Gelosen: Fülle, Leere und Übergang. Sie imponieren beim Abtasten des Rückens als Erhebungen, Härten oder sulzige Eindellungen. Wo keine Gelose zu tasten ist, kann davon ausgegangen werden, daß der Funktionskreis der jeweiligen Reflexzone kybernetisch ausgeglichen ist. Heiße Gelose (Füllegelose) Mit Blut gefüllte, umschriebene Zone in Haut, Bindegewebe oder Muskelbäuchen. Sie ist als prallelastische Härte tastbar, heiß und beim Betasten schmerzhaft. Sie kann die Größe eines 5-DM-Stückes haben oder fast fließend in die Umgebung übergehen Die lokale Blutfülle tritt meist am Anfang einer Erkrankung auf und zeigt den Yang-Charakter der Erkrankung an (akute Erkrankung, hochakute Entzündung, Energie im Überschuß). Als Behandlung ist das blutige Schröpfen angezeigt. Je länger sie dauert, desto mehr wandelt sie sich in eine Übergangsgelose oder eine kalte (leere) Gelose um. Kalte Gelose (Leergelose) Ischämische Verhärtung oder weiche "Sulze" im Bindegewebe, die auch thermographisch kalt und blaß ist, weil die Blutzufuhr zur Gelose gedrosselt und die Zirkulation durch Umgehungsgefäße umgeleitet ist. Kleine, harte oder schlaffe, talförmig eingesunkene Zone, in die oft pfennigkleine, harte und schmerzhafte Gelosen hineingestreut sind. Milieu im Bindegewebe ist zur Gelphase verschoben, Stoffwechsel verlangsamt. Je nachdem was zu tropischen Mangelerscheinungen führt (Durduration). Die immunologische und hormonale Aktivität ist in einer solchen Zone und ihrem Reflexgebiet sehr schwach. Schmerz entsteht bei den kleinen Gelosen erst bei sehr fester, bei den flächigen schon bei leichterer Palpation. Man muß oft tief tasten. Massage führt kaum zu Hautrötung. Wärme wird immer als angenehm empfunden (lokale Applikation, Moxen, Bäder, Fußbäder). Leerzonen können als Ausdruck eines Yin-Geschehens (chron., statische Erkrankungsphase, Energie im Mangel) bei allen Konstitutionstypen auftreten und sind häufig bei allgemeiner, konstitutionsbedingter Energieleere und Schwächezuständen zu finden. Im energetischen Sinne kommt es in ihnen zu einem vorübergehenden Anhalten der Energiepassage. Sie stellen deshalb Zonen mit lokaler Energiefülle und begleitender Blutleere dar. Behandlung durch trockenes Schröpfen. Übergangsgelose Häufig vorkommende fließende Übergänge und Mischformen zwischen heißen und kalten Zonen. Von teigiger Konsistenz, eher großflächig und kalt. Manchmal liegen sie auch in einer größeren, schlaffen Bindegewebszone (z.B Leberbuckel). Praktische Durchführung der Schröpfzonen-Untersuchung Patient sitzt mit ausgestreckten Beinen auf der Untersuchungsliege, Oberkörper so weit wie möglich nach vorne gebeugt, Kopf und Schultern nach vorne hängend. Die Behandlung mit ausleitenden Verfahren beginnt stets mit einer sorgfältigen Abtasten (Palpation) der zu behandelnden Areale. Hinter den Patient treten, zunächst mit leichtem, dann mit hartem Druck der Zeige- und Mittelfinger (evtl. auch Ringfinger) von oben nach unten Stück für Stück die Zonen abtasten, zur genauen Lokalisierung auch nur mit dem Mittelfinger. Bei Füllegelosen Zerquetschen der kleienn Venen (Venolen) hörbar (leichtes Knacken). Zonen mit einem Filzstift markieren, Dauer der gesamten Untersuchung nicht mehr als 2 Min.. Anfängliche Untersuchungsschwierigkeiten sind sowohl bei einem zu mageren wie auch einem zu dicken Rücken möglich; am einfachsten sind zunächst Gallenzone und Leberbuckel zu tasten. Art, Ort und geplanten oder schon durchgeführten Eingriff dokumentieren. Allgemeine Regeln
Anmerkung Die Schröpfzonen sind nicht immer an einem exakt zu definierenden Ort zu finden, sondern durchaus in geringem Umfang ortsvariabel. Das blutige Schröpfen Indikation und Dynamik des blutigen Schröpfens Beim blutigen Schröpfen behandelt man ausschließlich umschriebene heiße Gelosen (Füllegelosen), die überwiegend an den Rückensegmenten neben der Wirbelsäule liegen. Man findet sie häufiger beim Plethoriker, dem sogenannten "Fülletyp", aber auch als Ausdruck einer lokalen Blutfülle beim Astheniker, dem "Leeretyp". Mit der Schröpftherapie greift man wie mit energieanregender oder energieableitender Akupunktur harmonisierend in diese Yin-Yang-Dysbalance ein: Energetisch ist das blutige Schröpfen als sedierende Maßnahme zu interpretieren, die zwar zu einer momentanen Energiebalance führt, aber eine Minderung des allgemeinen Energieniveaus bewirkt. Wirkungsweise des blutigen Schröpfens Wesentliche therapeutische Angriffspunkte sind der Blutfluss (Hämodynamik) und die Spannung (Tonus) im Stoffwechsel und Energiestatus in der Reflexzone und im Zielort mit den Folgen:
Praktische Durchführung des blutigen Schröpfens Der Patient behält seine sitzende Haltung auf der Behandlungsliege bei. Markierte Stellen desinfizieren, mit einer Hämolanzette oder speziellen Geräten senkrecht in die Haut in Richtung der Akupunkturmeridiane einstechen; Stichtiefe etwa 5-8 mm (Kapillarbereich), bis etwas Blut austritt. Einen dünn- oder dickwandigen, sterilisierbaren Schröpfkopf aus Glas (Schröpfkopfglas) auf die Füllegelose setzen. Unterdruck erzeugen (entweder durch manuelle Vakuumpumpe oder durch Abbrennen einer Watte im Glas mit nachfolgender Abkühlung auf der Haut) und das in der Gelose befindliche gestaute Kapillarblut ansaugen lassen (zwischen 5 und 100 ml). Schröpfkopf vorsichtig abnehmen, wenn nach ca. 5-10 Min. der Saugvorgang beendet und das Glas etwa 1/3 voll ist (durch Druck am oberen Glasrand in die Haut Unterdruck lösen). Unter Umständen mehrfach neues Glas setzen, danach ausreichend großes Pflaster (mit/ohne Wundsalbe,) über die Wunde kleben. Narben bleiben nicht zurück. Hinweise zur blutigen Schröpfung und Komplikationen Exakte Lokalisierung der Schröpfstelle und geeignete energetische Lage des Patient sorgfältig ermitteln. Unbedingt vermeiden, einfach "darauflos zu schröpfen", weil dies meist zu therapeutischen Enttäuschungen und Zweifeln an der Wirksamkeit der Methode führt. Zweifelsfall: Schröpfkopfmassage durchführen. Nicht zuviel Blut auf einmal schröpfen - Gefahr von Kreislaufreaktionen in Form eines Kollapses oder einem über Tage anhaltenden Blutdruckabfall. Deshalb den Patient nach der Schröpfung eine Zeit lang liegenlassen. Diesbezüglich ist bes. am unteren Rücken Zurückhaltung geboten. Eine Schröpfung mit anderen Methoden kombinieren, da sie nur einen Baustein der notwendigen Gesamtregulierung des Patient darstellt. Dazu bieten sich die Akupunktur, Diätetik und biologisch-homöopathische Medikamente an. Besonders wirksam ist die Schröpfung vor einem chirotherapeutischen Eingriff , weil dadurch viel leichter deblockert wird. Narben können bei disponierten Personen durch sofortige Infiltration von Procain verhütet werden Kontraindikationen sind akute Entzündungen des betreffenden Hautareals, allergische Hautveränderungen und eine Radiatio. Das trockene Schröpfen Wirkungsweise des trockenen Schröpfens
Durchführung des trockenen Schröpfens Es sind mehrere Vorgehensweisen möglich: 1. Trockenschröpfung mit stehenden Gläsern. Bei erschöpften, energiearmen und sehr schmerzempfindlichen Patient. Das Schröpfglas mit erzeugtem Unterdruck ohne vorherige vHautverletzung aufsetzen, Haut- und Unterhautgewebe ansaugen, dadurch kommt es zu einer bläulichen Verfärbung. Nachbehandlung mit einer Lymphsalbe möglich. 2. Saugglockenmassage Öl auf die Haut aufbringen, evakuierten Schröpfkopf von maximal 3 cm Durchmesser aufbringen und nach oben und unten ziehen. Dadurch langsames "Verschieben" der in ihn eingesaugten "Hautfalte" über die ganze Behandlungsfläche. Dauer des Vorganges ca. 2 Min.. Tonisierende und Muskelspasmus lösende Wirkung der Massage, schneidender Schmerz wie bei einer starken Bindegewebsmassage möglich. Wird angewandt bei: Restbeschwerden nach Lungenfellentzündung, Magenschmerzen und Magenerkrankungen wie Magengeschwür. 3. Schröpfkopfmassage (Chinesische Münzmassage) Das zu behandelnde Hautareal mit gereinigtem Pfefferminzöl oder Mandelöl einreiben, dann 2-4 Min. fest mit dem Rand eines dünnen Srhröpfglases reiben, Anwendung mehrmals wiederholen. Häufig am Nacken oder in der Schultergegend, zur Chirother. und immer dann indiziert, wenn man "anregend" arbeiten und den (schmerzbedingten) sedierenden Effekt einer Hautreizmethode vermeiden möchte. Bei starker Durchführung durch den Schmerz entspannende, beruhigende Wirkung, dann Vorsicht bei Patient in energetischer Leere. Das trockene Schröpfung wird Angewandt bei (Indikationen): Soweit nicht schon bei der Topographie der Schröpfzonen angegeben, hat die Trockenschröpfung mit stehenden Gläsern oder als Schröpfkopfmassage folgende Indikationen und Orte:
Hinweise zum trockenen Schröpfen
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| Letzte Änderungen am 05.05.2006 (vorher 2x 2002, 3x 2001, 3x 2000, 2x 1999 und 3x 1998) Erstellt von Michael Rau |
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